Energie und Klimaschutz

Beitrag 4 der einführenden Serie zum Umweltschutz. Im Beitrag zum Immissionsschutz habe ich bereits angekündigt, Energie und Klimaschutz getrennt vom Immissionsschutz zu betrachten.

Die weiteren Beiträge dieser Serie finden Sie hier:
Teil 1: Abfallentsorgung
Teil 2: Reinhaltung der Luft
Teil 3: Gewässerschutz

Ist das nicht Immissionsschutz?

Doch. Zumindest im herkömmlichen Verständnis: Klimaschutz betreiben wir im Wesentlichen durch Verringern der Emissionen von Schadstoffen in die Luft. Denken Sie an das globale Klimaziel, die Erderwärmung unter 2 °C zu halten. Das wollen wir im Wesentlichen durch Reduktion der CO2-Emissionen erreichen.

Der größte Teil der CO2-Emissionen sowie andere Schadstoffe kommen aus dem Verbrauch fossiler Energien, Kohle, Öl, Erdgas. Interessanterweise ist auch die Kernenergie durch den aufwendigen Bergbau massiv daran beteiligt.

Im Vergleich zu Emissionen aus Prozessanlagen der Industrie kommen erhebliche Mengen der Emissionen aus dem Energieverbrauch aus kleinen Quellen wie den Heizungen von Privathaushalten. Viel kommt aus diffusen Quellen wie dem Straßenverkehr.

Die kann man nicht so einfach steuern, sprich: verändern über Genehmigungspflichten und Grenzwerte, obwohl es diese Mechanismen gibt. Ein Grund für die Einführung des nationalen Emissionshandels (“ CO2-Preis“).

Was ist das Besondere bei Energie und Klimaschutz?

Im globalen Emissionshandel haben wir es gelernt: Ist der Preis für CO2-Zertifikate hoch genug, strengt die Industrie sich an, die Emissionen zu reduzieren.

Seit 2021 spüren wir auch privat den Emissionshandel. Seit 2015 greift die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung. Tolles Wort, wollte ich Ihnen nicht vorenthalten. Doch was steckt drin? In einfachen Worten:

Unternehmen, die Steuererleichterungen im Bereich Energie in Anspruch nehmen wollen, müssen dafür eine Gegenleistung bringen. Diese Gegenleistung muss die Energieeffizienz steigern, also das Verhältnis von eingesetzter Energie zu erzeugten Produkten oder Dienstleistungen verbessern. Weniger Energieverbrauch für die gleiche Produktionsmenge.

Im Klartext: Energieverbrauch wird teurer. Entweder durch die Bepreisung der Emissionen oder durch den Wegfall von finanziellen Erleichterungen.

Die Beteiligung am globalen Emissionshandel ist an die Anlagengröße gekoppelt und damit für die Unternehmen, die entsprechende Anlagen betreiben, verpflichtend. Die Betriebsgenehmigungen beinhalten inzwischen die Beteiligung am Emissionshandel.

Die Gegenleistungssysteme wie die Gewährung des Spitzenausgleichs sind freiwillig. Kein Unternehmen ist gesetzlich gezwungen, diesen zu beantragen. Der wirtschaftliche Zwang kann aber sehr wohl da sein, zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Ein neues System ist gestartet: der nationale Emissionshandel, der ab 2021 in Deutschland eingeführt wurde: Die Kosten steigen bei den Lieferanten fossiler Energien, diese geben sie an ihre Kunden weiter: dadurch steigen die Energiepreise unmittelbar für den Verbraucher.

Die Konsequenz dieser Massnahmen: es wird investiert in Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Emissionen werden verringert. Rein aus wirtschaftlichen Erwägungen des Einzelnen.

Die Nutzung erneuerbaren Energien wird hierdurch auch gefördert. Obwohl mir persönlich diese Anreize längst nicht weit genug gehen, hier könnte noch viel mehr passieren.

Die am globalen Emissionshandel beteiligten und die den Spitzenausgleich nutzenden Unternehmen sind diesbezüglich inzwischen sehr gut organisiert und kennen sich aus.

Der nationale Emissionshandel trifft uns alle, ob als Endverbraucher oder kleine und mittlere Unternehmen.

Was können Sie tun?

Energie sparen. Auf erneuerbare Energien umstellen.

Rechnen Sie. Denken Sie durchaus auch über mehr oder weniger strategische Entscheidungen nach. Will sagen: ziehen Sie Massnahmen in Betracht, die sich erst über einen längeren Zeitraum rechnen, als über ein oder zwei Jahre.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Energieverbräuche:

  • Welche Energiequellen nutzen Sie
    denken Sie nicht nur Strom und Gas, sondern kommt der Strom aus fossilen Quellen
  • Wo setzen Sie die Energie ein
    betroffen vom nationalen Emissionshandel sind die Bereiche Wärme und Verkehr

Damit haben Sie bereits wesentliche Informationen, mit denen Sie die Auswirkungen des nationalen Emissionshandels auf Ihr Unternehmen einschätzen können und mögliche Massnahmen bewerten können.

Fazit und Ausblick

Zusammengefasst sehen wir bei den Massnahmen zum Energieverbrauch und Klimaschutz die Entwicklung von Regelungsmechanismen, die schlicht und ergreifend Geld, also die Wirtschaftlichkeit zum Erreichen der umweltpolitischen Ziele nutzen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass – spätestens wenn der nationale Emissionshandel erfolgreich wird – wir vergleichbare Mechanismen in weiteren Bereichen erleben werden.

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