Gewässerschutz

Teil 3 der einführenden Serie zum betrieblichen Umweltschutz befasst sich mit dem Schutz der Gewässer.
Mir geht es in diesem Beitrag nicht um weniger Plastik im Ozean und ähnliche Themen. Obwohl dies eine Rolle spielt, weil es die Konsequenz sein kann aus dem, was in Ihrer unmittelbaren Nähe ins Wasser kommt.
Mir geht es in diesem Beitrag darum, zunächst unser unmittelbares Umfeld zu betrachten und darauf einzugehen, wo Sie direkten Einfluss nehmen können.

Die weiteren Beiträge dieser Serie finden Sie hier:
Teil 1: Abfallentsorgung
Teil 2: Reinhaltung der Luft
Teil 4: Energie und Klimaschutz

Gewässerarten

Man kann differenzieren in Gewässer 1., 2., und weiterer Ordnungen, in Küsten- und Meeresgewässer oder in Oberflächen nahes oder fernes Grundwasser. Ich denke, dass uns das in diesem allgemeineren Beitrag nicht weiter hilft. Lassen Sie es uns einfach machen und unterscheiden zwischen dem Grundwasser und oberirdischen Gewässern.

Arten der Verschmutzung – was kann passieren?

Zunächst die Frage:

Was ist eine Gewässer­verschmutzung?

Nachteilige Veränderungen der Wasserbeschaffenheit

http://www.gesetze-im-internet.de/awsv/__2.html

So ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat aus der Anlagenverordnung. Das trifft es genau: Üblicherweise sind es Substanzen, die ins Wasser gelangen und das Wasser verändern. Beispielsweise

  • Sauerstoff zehren, so dass Fische ersticken
  • den pH-Wert oder die Temperatur so verändern, dass Tiere und Pflanzen in dem entstehenden Milieu nicht mehr leben können
  • giftige Stoffe, mit denen die Lebewesen vergiftet, sprich: getötet werden
  • groß- und kleinteiliger Müll, der im Wasser schwimmt

In der Definition muss es sich um eine nachteilige, also eine Veränderung zum Schlechten handeln. Gewässerreinigungen und Trinkwasseraufbereitung, um nur zwei Stichworte zu nennen, sind nicht gemeint, da in diesen Anlagen vorteilhafte Veränderungen erzielt werden sollen.

Was ist das Schlimme an Gewässer­verschmutzungen?

Ein paar Folgen sehen Sie beispielhaft in der obigen Aufzählung.

Gewässerverschmutzungen können akuten Folgen haben: ein Stoff gelangt in den Bach und schon schwimmen die Fische mit dem Bauch nach oben.

Sie können mittel- und längerfristige Folgen haben. Beispielsweise Stoffe, die von Pflanzen oder Tieren aufgenommen werden und zu Krankheiten führen oder sich in der Nahrungskette anreichern. Medienwirksam und vielleicht hat der eine oder die andere bereits Bilder von Tieren mit Geschwüren gesehen.

Sie können langfristige Folgen haben, die möglicherweise erst sehr spät erkannt werden. Ich denke hier an Stoffe, die sich im Grundwasser ansammeln und ab einer gewissen Konzentration giftig sein können oder chronische Erkrankungen verursachen.

Es können Abbauprodukte sein. Stoffe, die sich im Wasser umwandeln, in andere Stoffe aufspalten oder ähnliches. Erst die entstehenden Stoffe sind die schädlichen.

Das Üble an den letzten beiden Möglichkeiten ist, dass wir oft gar nicht wissen, wann und wie diese Verschmutzungen verursacht wurden und ob noch mehr kommt. Damit kaum in der Lage sind, eine anhaltende Verschmutzung zu stoppen.

Im Vergleich zu z.B. Abfall, der in der Gegend liegt, haben wir bei Gewässerverschmutzungen eine schnellere Verteilung und dadurch einen größeren Bereich verschmutzt. Dies passiert in Fließgewässern durch das Fließen und Vermischen. Hier und in stehenden Gewässern zusätzlich durch Auflösen im Wasser.

Verteilung oder Verdünnung im Wasser heißt aber noch lange nicht, dass sich das Problem dadurch von alleine löst.

Wie können Sie zum Gewässerschutz beitragen?

Was heißt das für Ihr Unternehmen? Was können oder müssen Sie tun, um Gewässerverschmutzungen zu vermeiden?

Es gibt ein paar Dinge, die jeder tun kann, sowohl im Betrieb, bzw. bei der Arbeit, als auch privat, bzw. in der Freizeit:

Vermeiden Sie aktive Verschmutzungen

Entschuldigung, tun Sie es nicht:

Geben Sie nichts in den Abfluss, was nicht rein gehört. Keine Fegereste in den Gully, keine Medikamente ins Klo. Auch wenn eine Wasseraufbereitung oder Kläranlage dahinter geschaltet ist, alles können diese nicht und wenn sie erst mal in ihrer Leistung beeinträchtigt sind, wird es im Zweifelsfall schlechter.

Hantieren Sie nicht mit Mineralölen auf dem Rasen. Auch nicht mit anderen Stoffen, von denen Sie wissen, dass sie wassergefährdend sein können. Tanken Sie Ihren Rasenmäher oder Laubbläser wenigstens auf dem Pflaster.

Sie merken, wir können sowohl direkte als auch indirekte Verschmutzungen vermeiden.

Wir können die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, reduzieren. Wir können dafür sorgen, dass die Auswirkungen so gering wie möglich bleiben.

Massnahmen zum Gewässerschutz – die Basics

In der Regel greifen die Massnahmen zum Schutz von Oberflächengewässern, aber auch des Grundwassers. Ich möchte mich an dieser Stelle auf allgemein gehaltene Vorschläge begrenzen.

Behälter

Achten Sie bei Behältern auf einwandfreien Zustand: keine Löcher, aus denen es lecken kann, sauber, groß genug, für den Stoff geeignet. Die einfachste Lösung ist, Originalgebinde zu verwenden.

Abfüllen oder Umfüllen

Nur auf dichtem Untergrund. Nutzen Sie Hilfsmittel wie Einfüllstutzen oder Trichter.

Lagern

Vergleichbar bei den Behältern: Sorgen Sie dafür, dass sowohl das Lager als auch die gelagerten Gebinde sauber und frei von Leckagen oder Verschmutzungen sind.

Lagern Sie wassergefährdende Stoffe so, dass austretende Mengen nicht in umliegende Bereiche oder Boden und Wasser gelangen können. Hilfreich sind Auffangwannen oder Räume, die Leckagemengen aufnehmen können.

Achten Sie darauf, dass verschiedene Stoffe beim Freiwerden nicht miteinander reagieren.

Halten Sie die Lagermengen so gering wie möglich.

Transport

Transportieren Sie Ihr Material nur in zugelassenen Behältnissen. Durch die Zulassung können Sie davon ausgehen, dass sie auch bei Unfällen einen gewissen Schutz bieten.

Sichern Sie die Ladung vernünftig für den Transport.

Verwenden

Gehen Sie beim Gebrauch sparsam mit dem Material um. Nehmen Sie nicht mehr mit vor Ort, als Sie verarbeiten können. Nehmen Sie Restmengen wieder mit und lassen nichts zurück.

Seien Sie vorbereitet

Auch wenn Sie alles richtig machen, kann noch was passieren. Wie verhalten Sie sich, wenn etwas passiert, das Sie nicht selbst und einfach in Griff kriegen.

Haben Sie die Möglichkeit, kleinere Zwischenfälle selbst in Griff zu kriegen? Geeignete Hilfsmittel, um Leckmengen aufzunehmen? Eine Abdeckung für den nächsten Gully?

An wen wenden Sie sich, wenn Sie alleine nicht klar kommen? An Hilfskräfte im eigenen Betrieb oder auf der Baustelle? Wie alarmieren Sie diese?

Brauchen Sie externe Hilfe, sprich: Feuerwehr? Wie erreichen Sie diese – klar: 112 – wo ist das nächste Telefon?

Haben Sie die Informationen, die Ihre Helfer brauchen, um schnell, gezielt und sicher helfen zu können? Haben Sie ein Sicherheitsdatenblatt greifbar oder wissen zumindest, wie genau der Stoff heißt?

Zusammengefasst

Es gibt viele Detailregeln zum Gewässerschutz und zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, von Gesetzen bis hin zu technischen Regeln und Normen. Viele der allgemein beschriebenen Massnahmen können für Ihr Unternehmen ausführlich und detailliert rechtlich geregelt sein. Intensiver in Details zu gehen, wäre recht schnell sehr technisch und würde den Rahmen dieser Einführung sprengen.

Zusammengefasst geht es darum, Wasser nicht nachteilig zu verändern. Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen.

Wir können sehr viel zum Schutz der Gewässer tun, wenn wir uns an allgemeine Regeln halten, je nachdem mit welchen Stoffen wir umgehen, was wir damit tun oder welche Gefährdungen davon ausgehen.

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